Aktuelles : Umsatzsteuerliche Organschaft - Manchmal geht es schneller, als man denkt
2010/1/28 14:58:45 (2880 reads)

Der Begriff der Organschaft wird - im ertragsteuerlichen Bereich, bei der Gewerbesteuer und auch bei der Umsatzsteuer - von vielen erstmal in die Sphäre von Konzernstrukturen und Großunternehmen eingeordnet. Und ursprünglich sind es sicherlich auch solche Konzernstrukturen gewesen, die zu der gesetzlichen Regelung dieser Gestaltung geführt haben.



Doch die Voraussetzungen einer umsatzsteuerlichen Organschaft sind vergleichsweise schnell erfüllt. Bejaht die Finanzverwaltung die Voraussetzungen einer Organschaft, namentlich die finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Eingliederung einer Kapitalgesellschaft in das Mutterunternehmen (auch Einzelunternehmer!), verschieben sich die Haftungsverhältnisse zu Lasten des Organträgers. Auf der anderen Seite kann für die Muttergesellschaft die gezielte Einrichtung einer umsatzsteuerlichen Organschaft auch vorteilhaft sein. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Tochtergesellschaft in einer Krise ist oder es bereits zu einem Insolvenzantrag gekommen ist. Hier muss ggfls. schnell reagiert werden, um die Haftungsfolgen einer Organschaft für den Organträger abzuwenden.

Sie sollten daher bei jeder vorhandenen Mehrheitsbeteiligung an einer Kapitalgesellschaft die Gesamtumstände daraufhin prüfen, ob bereits der Anwendungsbereich der Organschaft berührt ist. Das ist allgemein dann anzunehmen, wenn wirtschaftliche Verflechtungen mit dem Mutterunternehmen bestehen und von dort gezielt Einfluss auf die Geschäfte der Tochter genommen wird. Sollten sich hierüber Zweifel ergeben, empfehlen wir unbedingt die eingehende Prüfung der Situation, um die eigenen Planungssicherheit zu bewahren.


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