Aktuelles : Neuerungen durch das BilMoG
2010/5/19 15:25:00 (2145 reads)

Im Frühjahr 2009 hat der Gesetzgeber das Bilanzierungsrecht für die Handelsbilanz in §§ 242 ff. HGB in verschiedenen Punkten geändert. Die Wirkungen sind erstmalig im Jahresabschluss per 31.12.2009 zu berücksichtigen.

Gerade für mittelständische Unternehmen können sich vielfältige Änderungen in der Handelsbilanz ergeben. Zum einen entstehen neue bilanzpolitische Spielräume (Ansatz von Entwicklungskosten, Bildungs- und Bewertungseinheiten, Ansatz aktiver Steuern auf Verlustvorträge, Bewertung von Gegenständen des Vorratsvermögens etc.). Auf der anderen Seite sind zukünftig bestimmte Regeln zu beachten, die es in dem bisherigen Handelsrecht nicht gab (Verrechnung von Planvermögen mit Schulden aus Alterversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen, neue Rückstellungen, Verbot von Aufwandsrückstellungen, etc.). Darüber hinaus gewinnt die Berichterstattung im Jahresabschluss sehr stark an Gewicht, weil jede Entscheidung hinsichtlich von Ansatzwahlrechten (auch der Verzicht hierauf) zukünftig zu Erläutern ist. In vielen Fällen ist es sinnvoll, wenn nicht notwendig, bereits im Jahresabschluss per 31.12.2009 bestimmte Entscheidungen festzulegen, um im Folgejahr bei der Bilanzierung nach BilMoG einen zu großen Bruch mit den bisherigen Bilanzwerten zu vermeiden oder etwaige in der Vergangenheit bestehende Wahlrechte auch in der Übergangszeit des BilMoG noch nutzen zu können.
Erheblicher Klärungsbedarf wird in vielen Fällen auch dort bestehen, wo sich Vereinbarungen auf Ergebniskennzahlen beziehen (EBT, EBIT, EBITDA), also insbesondere bei Tantiemen-Vereinbarungen oder in den Financial-Covenants-Kriterien der finanzierenden Bank. Denn es ergeben sich neuerdings Auf- oder Abzinsungseffekte, die als Zinsaufwand auszuweisen sind, die jedoch früher im außerordentlichen Ergebnis dargestellt wurden. Bei der Ausnutzung von bestimmten Ansatzrechten hat es der Geschäftsführer hier zum Teil in der Hand, die Gewinne (EBIT) zu erhöhen und bisherigen Aufwand statt bereits bei der Ergebnisermittlung erst als Zinsaufwand (EBIT) darzustellen, sodass sich die Berechnungsgrundlage für seine Tantiemen deutlich zu seinen Gunsten verschiebt.
Diese Erläuterungen dienen lediglich der Sensibilisierung für die Problematik. Eine steuerliche Beratung kann dadurch nicht ersetzt werden.


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