Auswirkung des Kurzarbeitergelds und vergleichbarer Lohnersatzleistungen auf die Einkommensteuererklärung für das Veranlagungsjahr 2020

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Als Folge der globalen Covid-19 Pandemie sind viele Unternehmen in der Ausübung ihrer geschäftlichen Tätigkeiten eingeschränkt, was zu einer massiven Ausweitung von Kurzarbeit geführt hat. Insbesondere durch umfangreiche Neuregelungen im Bereich des Kurzarbeitergelds sollen die finanziellen Folgen für betroffene Arbeitnehmer abgemildert werden.



Welche Änderungen wurden beschlossen, um den Arbeitnehmer zu unterstützen?

Bislang galten Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld als steuerpflichtig. Im Rahmen des Corona-Steuerhilfegesetzes sind entsprechende Unterstützungen zeitlich befristet steuerfrei gestellt. Für Lohnbezugszeiträume zwischen dem 29.02.2020 und dem 31.12.2020 kann der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld steuerfrei auf 80% des vormals gezahlten Brutto-Entgeltes aufstocken.

Da auch für das Jahr 2021 die wirtschaftliche Lage weitgehend angespannt bleibt, wurde die Steuerbefreiung für Zuschüsse des Arbeitgebers für Lohnbezugszeiträume bis einschließlich 31.12.2021 verlängert.



Welche Höhe hat das Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld entspricht zunächst 60% oder für Steuerpflichtige mit einem zu berücksichtigenden eigenen Kind oder Kind des Ehepartners 67% des vormals bezogenen Nettogehalts. Eine erste Erhöhung auf 70% bzw. 77% erfolgt ab dem 4. Monat des Bezugs bei mindestens 50% Kurzarbeit. Ab dem 7. Bezugsmonat steigen die Sätze nochmals auf 80% bzw. 87% an.


Welche vergleichbare Lohnersatzleistungen existieren darüber hinaus?

Neben dem Kurzarbeitergeld sind weitere Lohnersatzleistungen bei der Einkommensteuer zu berücksichtigen. Dazu gehört zum Beispiel die Verdienstausfallentschädigung bei Beschäftigungsverboten aufgrund des Infektionsschutzgesetzes. Entschädigungen für die heimische Betreuung von Kindern und den damit verbundenen Verdienstausfall fallen ebenfalls unter die Lohnersatzleistungen.


Wie wirken sich diese Lohnersatzleistungen auf die Steuerlast aus?

Das Kurzarbeitergeld sowie die weiteren Lohnersatzleistungen sind steuerfrei, unterliegen jedoch dem sog. Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass sie auf das steuerpflichtige Einkommen für die Berechnung des persönlichen Steuersatzes hinzugerechnet werden. Hierdurch kann sich ein höherer Steuersatz für das restliche Einkommen ergeben, wodurch es zu Steuernachzahlungen kommen kann. Die Abgabe einer Steuererklärung ist deshalb bei Bezug einer Lohnersatzleistung obligatorisch.

Haben Sie auch Lohnersatzleistungen erhalten und benötigen Hilfe bei der Erstellung ihrer Einkommensteuererklärung? Gerne unterstützen wir Sie im Rahmen einer persönlichen Beratung.