Steuerermäßigungen für energetische Maßnahmen

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Das BMF veröffentlichte am 14.01.2021 ein ergänzendes Schreiben zur steuerlichen Förderung von energetischen Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden und geht auf Einzelfragen des § 35c EStG ein.

Um auch aus steuerlicher Sicht nachhaltige Impulse für den Klimaschutz durch Energieeinsparung zu setzen, gilt bereits seit dem 01.01.2020 die Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (begünstigtes Objekt) in Form eines Steuerbonus nach §35c EStG. Der Steuerbonus ist für energetische Maßnahmen anzuwenden, die nach dem 31.12.2019 begonnen haben und vor dem 01.01.2030 beendet werden.


Voraussetzungen

Das begünstigte Objekt muss bei Durchführung der Baumaßnahmen bereits älter als 10 Jahre sein, um eine steuerliche Förderung zu erhalten. Die Frist ist Tag genau zu berechnen und beginnt mit der Herstellung des Gebäudes. Auch energetische Maßnahmen in Kellerräumen oder Garagen sind förderfähig, wenn diese gemeinsam mit der energetischen Maßnahme des begünstigten Objekts erfolgen. Steuerbegünstigte Baumaßnahmen sind zum Beispiel die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken, die Erneuerung/der Einbau einer Lüftungsanlage oder der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung.

Eine steuerliche Förderung ist nur möglich, wenn die energetische Sanierung von einem Fachunternehmen ausgeführt wurde, der Steuerpflichtige eine entsprechende Rechnung erhalten hat und die Zahlung an den Leistungserbringer bereits erfolgt ist (keine Barzahlung). Der Steuerpflichtige hat dem Finanzamt eine Bescheinigung des Fachunternehmens über die Baumaßnahmen vorzulegen, um den Steuerbonus bei seiner Einkommensteuerveranlagung zu erhalten. Das Bundesministerium für Finanzen hat dafür ein Muster der Fachunternehmer-Bescheinigung veröffentlicht.


Steuerliche Förderung

Die steuerliche Förderung kann von jeder steuerpflichtigen Person pro Objekt nur einmal bis zu einem Höchstbetrag von 40.000 Euro in Anspruch genommen werden. Für Aufwendungen energetischer Maßnahmen sind die Steuerermäßigungen wie folgt zeitlich gestaffelt:

Jahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme:
abzugsfähig= 7% der Aufwendungen (höchstens aber 14.000 Euro)
1. Folgejahr:
abzugsfähig= 7% der Aufwendungen (höchstens aber 14.000 Euro)
2. Folgejahr:
abzugsfähig= 6% der Aufwendungen (höchstens aber 12.000 Euro)

Anders als bei anderen Förderungen sind neben den Lohnkosten des Fachunternehmens auch die Materialkosten förderfähig. Gleiches gilt für die Kosten der erteilten Bescheinigung. Die Kosten für den Energieberater sind nicht zeitlich zu staffeln und können einmal in Höhe von 50 Prozent der Beratungsaufwendungen in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.

Stehen Sie kurz vor einer energetischen Sanierung Ihres Objekts oder denken gerade darüber nach? Gerne unterstützen wir Sie in sämtlichen Angelegenheiten rundum das Themengebiet der steuerlichen Förderung von energetischen Baumaßnahmen.