Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 1. Januar 2021

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Der Gesetzgeber erhöht im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeits- oder Betriebsstätte die Entfernungspauschale ab dem 1. Januar 2021.

Die Folgen des Klimawandels fordern den Staat zum Handeln heraus und verursachen eine Bepreisung des CO2-Ausstosses. Dies führt zu einem weiteren Anstieg der Benzinpreise, wodurch besonders Fernpendler finanziell durch höhere Kosten betroffen sind.


Welche Erhöhungen treten nun bei der Entfernungspauschale ab 2021 in Kraft?

Ein Arbeitnehmer bzw. Unternehmer darf für Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeits- bzw. Betriebsstätte nicht die tatsächlichen Kfz-Kosten oder die Reisekostenpauschale (0,30 EUR für jeden gefahrenen Kilometer) ansetzen, sondern hat die niedrigere Entfernungspauschale für die einfache Strecke zu berücksichtigen. Um die Steuerpflichtigen von den gestiegenen Kosten zu entlasten, wurde die Erhöhung der Entfernungspauschale beschlossen.

Diese erfolgt stufenweise und ist vorerst bis zum Jahr 2026 befristet. Die Entfernungspauschale wird ab dem 1. Januar 2021 von 0,30 EUR auf 0,35 EUR pro Kilometer erhöht. Diese Erhöhung betrifft jedoch lediglich die Wegstrecke ab dem 21. Entfernungskilometer. Für Fahrten bis zu 20 Kilometern ist weiterhin nur eine Entfernungspauschale von 0,30 EUR zu berücksichtigen. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2026 steigt sie ab dem 21. Entfernungskilometer auf 0,38 EUR an. Daher ist eine zweigeteilte Berechnung der gesamten Entfernungspauschale notwendig.

Rechenbeispiel:

Ein Unternehmer legt 2021 an 230 Tagen auf seinem Weg von der Wohnung zur ersten Betriebsstätte 37 km zurück. Die Entfernungspauschale ermittelt sich wie folgt:

1. Entfernungspauschale 20 km = 20 km x 0,30 EUR x 230 T = 1.380,00 EUR
2. Entfernungspauschale 17 km = 17 km x 0,35 EUR x 230 T = 1.368,50 EUR
Gesamtbetrag                                                                                   = 2.748,50 EUR

Für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung sind die Erhöhungen ebenso anzuwenden. Die Entlastung für Fernpendler erfolgt unabhängig vom verwendeten Verkehrsmittel. Die Erhöhung der Entfernungspauschale kann auch in höheren Arbeitgeberzuschüssen für die PKW-Nutzung resultieren, die zwar nicht steuerfrei sind, aber im Rahmen einer Pauschalbesteuerung einem niedrigeren Steuersatz unterliegen können. Gerne prüfen wir Ihre individuellen Umstände und unterstützen Sie als Arbeitnehmer oder Unternehmer bei der steuerlichen Optimierung.