Photovoltaikanlage bei Grundstücksunternehmen – Vorsicht vor drohender Gewerbesteuer!

Grundstücksunternehmen können eine steuerliche Belastung ihrer Einkünfte mit Gewerbesteuer durch die Privilegierung der sogenannten erweiterten Grundstückskürzung vermeiden, wonach der auf die Vermietung entfallende Teil des Gewinns nicht versteuert wird. Dafür gelten jedoch strenge Kriterien, die unbedingt sorgfältig eingehalten werden müssen, um diese Begünstigung zu erhalten. Alle anderen schädlichen Geschäftsaktivitäten - wie z.B. das Vermieten von Betriebsvorrichtungen - gefährden die erweiterte Grundstückskürzung und führen zu einer vollständigen Versteuerung der Einkünfte. Siehe dazu auch unseren Beitrag zu den Urteilen des Bundesfinanzhofs 2019.

Zum Betrieb einer Photovoltaikanlage durch ein Grundstücksunternehmen hat das Landesamt für Steuern Niedersachsen bereits Stellung bezogen. Danach stellt der Betrieb einer solchen Anlage keine neben der Vermietung unschädliche Nebentätigkeit dar. Vielmehr handelt es sich bei dieser Betätigung – unter der Voraussetzung der Gewinnerzielungsabsicht – um eine gewerbliche Tätigkeit. Diese schließt die Anwendung der erweiterten Kürzung auch in den Fällen aus, in denen die Einnahmen lediglich von untergeordneter Bedeutung sind. Ebenfalls schädlich ist die Auslagerung auf ein Tochterunternehmen. Wird das Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft betrieben, schließt dies die gewerbesteuerliche Kürzung aus, da es sich um eine Beteiligung an einem gewerblichen Unternehmen handelt. Wird das Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft betrieben, liegt zwischen dem Wohnungsunternehmen und der Tochtergesellschaft regelmäßig eine Betriebsaufspaltung vor. Die Tätigkeit eines Besitzunternehmens einer Betriebsaufspaltung geht über die Vermögensverwaltung hinaus und schließt demzufolge die erweiterte Grundstückskürzung ebenfalls aus. Nur wenn eine Schwestergesellschaft die Anlage betreibt, liegt nach Auffassung dieser Finanzbehörde keine Betriebsaufspaltung vor und die Kürzung könne in solchen Fällen gewährt werden.

Die Anschaffung und der Betrieb einer Photovoltaikanlage durch ein Grundstücksunternehmen ist mit komplexen gewerbe- und umsatzsteuerlichen Fragestellungen verbunden, die bereits vor der Anschaffung sorgfältig geprüft werden müssen, um eine steueroptimale Struktur zu erhalten und steuerliche Nachteile zu vermeiden. Wir helfen bei diesem Thema gerne weiter!