Umsatzsteuer-Voranmeldung: Erklärungsvordrucke für 2021 geändert

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Das BMF veröffentlichte zum Jahreswechsel geänderte Vordrucke der Umsatzsteuer-Voranmeldungen, welche ab dem Voranmeldungszeitraum Januar 2021 zwingend zu verwenden sind.

Die aktuelle Überarbeitung der Formulare bringt neben formalen Anpassungen zwei wesentliche Änderungen mit sich. Für sonstige Leistungen auf dem Gebiet der Telekommunikation wurde durch das Jahressteuergesetz 2020 eine neue Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens ab 2021 begründet. Die entsprechende Deklaration ist nun durch separate Meldefelder im Vordruck berücksichtigt.

Die zweite Änderung bezieht sich auf nachträgliche Änderungen der Bemessungsgrundlage aufgrund von uneinbringlichen Forderungen.Eine Forderung ist uneinbringlich, wenn z.B. der Schuldner zahlungsunfähig ist, der Aufenthalt des Schuldners nicht mehr ermittelt werden kann, eine Zwangsvollstreckung erfolglos war, ein Insolvenzverfahren mangels Masse eingestellt worden ist oder die Forderungsverjährung eingetreten ist. Diese Konstellationen sind nun auch gesondert anzugeben:

  • Hat sich die Bemessungsgrundlage für einen steuerpflichtigen Umsatz geändert, hat der Unternehmer den dafür geschuldeten Steuerbetrag nach § 17 Abs. 1 Satz 1 UStG zu berichtigen. Die Änderungen sind bei den Bemessungsgrundlagen der jeweiligen Umsätze einzutragen. Erfolgt die Änderung, weil das vereinbarte Entgelt für einen steuerpflichtigen Umsatz uneinbringlich geworden ist, ist die Minderung der Bemessungsgrundlage zusätzlich im Vordruckmuster USt 1 A einzutragen.
  • Hat sich die Bemessungsgrundlage für den Vorsteuerabzug bei dem Unternehmer, an den dieser Umsatz ausgeführt wurde, geändert, ist der Vorsteuerabzug nach § 17 Abs. 1 Satz 2 UStG zu berichtigen. Erfolgt die Änderung, weil das vereinbarte Entgelt für einen steuerpflichtigen Umsatz uneinbringlich geworden ist, ist die Minderung der abziehbaren Vorsteuerbeträge ebenfalls zusätzlich im Vordruckmuster USt 1 A einzutragen.

Die Berichtigung der Bemessungsgrundlage ist grundsätzlich in dem Voranmeldungszeitraum über den Vordruck gegenüber dem Finanzamt mitzuteilen, indem die Änderungen eingetreten sind. Hier ist allerdings eine zeitgenaue Feststellung der Uneinbringlichkeit in der Praxis durchaus mit größeren Schwierigkeiten und abweichenden Ansichten der Beteiligten verbunden. Zudem stehen Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der umsatzsteuerlichen Deklaration mit den geänderten Vordrucken einigen Herausforderungen gegenüber. Die IT-Umsetzung muss für jede individuelle Buchhaltungssoftware gewährleistet werden. Die entsprechenden Vorgänge müssen dazu auch auf separaten Konten verbucht werden. Schließlich sollten die verantwortlichen Buchhalter ausreichend über die verschiedenen Varianten und den generellen Umgang mit uneinbringlichen Forderungen geschult werden.

Gerne unterstützen wir Sie bei der optimalen Bearbeitung dieser Themen im Zuge der Änderung der Umsatzsteuervordrucke.